Ein leeres Studium zum Nicht-Experten?

Foto: flickr.com//Deutsche Bank AG

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Einmal war ich bisher auf dem Arbeitsamt – zur Studienberatung. Der Berater hat mir vorgejubelt, ich soll unbedingt in Leipzig Journalistik studieren. Ich habe mich dann doch für Germanistik/Journalistik in Bamberg entschieden. Die Journalistenausbildung an der Leipziger Uni wird aber gut gemacht und hat einen guten Ruf. Jetzt will die Uni Leipzig ihre Journalistik anscheinend in Richtung PR umbauen. Journalisten wundern sich.

Ich wundere mich auch: Was läuft mit der Journalistenausbildung an deutschen Unis falsch? Ist ein Journalistik-Studium einfach Quatsch?

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Spricht hier jemand ECTS?

Beim Turmbau zu Babel hätte es kein größeres Chaos geben können, als in meinem ersten Seminar in diesem Semester. Kandidatenseminar. Wir schreiben eine Abschlussarbeit.

Anwesend: Zehn Leute in einem kleinen Seminarraum. Vertretene Studenten-Arten: Master nach alter Studienordnung. Master nach neuer Studienordnung. Soziologie-Diplomer. Bachelor, die neu zum Fach gewechselt sind. „Normale“ Bachelor. Und einen Germanistik-Diplomer.

Spricht jemand ECTS? Drei haben überhaupt keine Ahnung, was sie mit den Punkten anfangen könnten. Die einen Master können es in jenem Modul anrechnen lassen. Die anderen Master müssten mal versuchen, ob es in einem anderen Modul zählen könnte. Drei wissen, dass sie keine Punkte brauchen (ein Hoch auf das aussterbende Diplom). Und ein Bachelor bekommt sogar ganz regulär Punkte für sein Studium.

Alle Fragen geklärt. Nicht. Kann jemand Bachelor-Anforderungen in Diplom übersetzen? Neue Master schreiben etwa genau so viel in ihrer Abschlussarbeit wie alte Master. Alle 60-80 Seiten. Aber für beide gibt es andere Fristen. Bachelor hätten eigentlich eine kurze Frist und würden Themen gestellt bekommen. Eigentlich. Das ist aber nicht endgültig geklärt. So lange gilt einfach die alte Frist und die alte Seitenzahl. 40-60 Seiten. Ein Diplomer kann einfach abgeben, wann er will. 120 Seiten maximal. Und die anderen Diplomer: Wissen nicht, wann sie anmelden müssen.

„Aber eines ist klar“, sagt da der Prof. „Das nächste Semester beginnt am 1. April.“