Das Jahr in Titelseiten, Teil 2

Jahres-Thesen

Jahres-Thesen

Das war knapp. Grade noch so zum Jahresendspurt hab ich mir noch die Zeit genommen, meine Titelseiten-Highlights der zweiten Hälfte von 2010 zusammenzubasteln.

Der Teaser dazu kommt heute ganz im Spiegel-Online-Style daher: Ein paar offensichtliche Titel sind dabei, aber auch ein paar kleine Überraschungen…

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Das Jahr in Titelseiten, Teil 1

Jahresrückblick

Jahresrück-Blick

Der Dezember ist ja vor allem für eine Sache berüchtigt und verteufelt: Es ist Jahresrückblick-Zeit. Jeder Moderator bringt seinen Sender dazu, ihn einen noch so öden Jahresrückblick veranstalten zu lassen. Hundesportvereine landauf und landab treffen sich zur Jahresfeier und der Schriftführer präsentiert die besten Bilder vom Welpentraining des vergangenen Jahres. Das Time-Magazine kürt die Person des Jahres. Twitter blickt zurück und zeigt und, dass seit Februar auch der Dalai Lama zwitschert. Kurzum: Jeder, der etwas auf sich hält, blickt zurück.

Ich halte selbstverständlich auch genug auf mich, um einen eigenen Jahresrückblick zu brauchen. Mein Jahresrückblick 2010 beschränkt sich aber auf ein wenig Fleißarbeit. Mit meinen Lieblings-Titelseiten des Jahres bekenne ich mich heute zu meiner dunklen Seite – ich lache auch mal über Boulevard und böse Satire! Den Rest des Beitrags lesen »


Wikileaks deckt auf: Auch Diplomaten tratschen

Das Netzt füllt sich rasant mit Satire über Wikileaks. Die bis gestern noch ach so erhabene Plattform ist seit heute auch nur noch eine Online-Plattform unter vielen. Das Aufdecker-Image ist angekratzt. Denn was Wikileaks dieses Mal unter das globale Volk bringt, ist anscheinend vor allem eines: Diplomatenklatsch und -tratsch.

„Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Seehofer gilt bei den Amerikanern als Populist. Außenpolitisch sei er weitgehend ahnungslos.“ Das lernt man also in den Dokumenten, steht auf Zeit-Online. Für solche hochkomplexen Einschätzungen beschäftigen die Amerikaner einen Diplomatenstab in aller Welt. Das hätten sie sich sparen können. Solche brisanten Analysen könnte jeder schreiben, der fünf Tage lang Artikel über Seehofer im Münchner Merkur auswertet. Nichts Neues also.

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Mein Abgesang auf den E-Post-Brief

Foto: flickr.com/Éole

E-Post-Brief, was läuft da schief? Foto: flickr.com/Éole

Die im Folgenden geschilderten Abläufe und Ereignisse sind aus dem Gedächtnis rekonstruiert. Etwaige Übertreibungen sind nicht bewusst gewählt, können aber nach gefühlt 100 E-Post-Brief-Anmeldeschritten nicht ausgeschlossen werden.

Ouvertüre

Am Ende ist man ja oft schlauer. Als ich vor einer gefühlt sehr langen Zeit einen Artikel über den neuen E-Post-Brief gelesen habe, klang das nach einer gut durchdachten Sache. Die Post bietet jetzt sichere super-verschlüsselte verbindliche E-Mail an, ja endlich. Eine dieser Innovationen, die beleuchten, wie weitblickend Erfinder und Zukunftsgestalter wirklich sein müssen. Eine dieser Sachen, bei denen man sich gleich die Haare rauft, weil man auf diese Idee nicht selbst gekommen ist. Plötzlich klingt es logisch, dass wir in fünf Jahren alle nur noch super-sichere E-Mail verschicken. Und dann lachen wir alle über die Mailanbieter von früher. Lauthals lachen wir. E-Mail ohne super-sicher Verschlüsselung, fragt dann in fünf Jahren einer. So was von 2010, prusten dann alle in der super-sicher verschlüsselten Zukunft. Den Rest des Beitrags lesen »


Der UN Sicherheitsrat – langsam und veraltet!?

Das wichtigste Hufeisen der Welt. Foto: flickr.com//factoids

Gestern in New York hat Guido Westerwelle ganz viele Hände schütteln dürfen. Alle haben sie ihm gratuliert, dass Deutschland jetzt einen Sitz im UN Sicherheitsrat (UNSC) hat. Dafür hat Deutschland ja auch lange und fleißig geworben. Wäre das enttäuschend gewesen, wenn es nicht geklappt hätte. Wohlgemerkt ist es auch „nur“ ein nichtständiger Sitz, zwei Jahre dauert unsere Mitgliedschaft im UNSC.

Und bei aller Freude und der Diskussion um die neue Verantwortung von Deutschland, fehlt mir eines: Deutschlands Sitz im Sicherheitsrat ist global gesehen wohl eher eine Randnotiz. Den Rest des Beitrags lesen »


Starkregen greift Demonstranten an!?

Stuttgart21-Demo // (c) Sven Scholz

Stuttgart21-Demo // (c) Sven Scholz

Über dem Stuttgarter Schlosspark muss es am Donnerstagnachmittag ziemlich heftig geregnet haben. Oder waren das etwas doch Wasserwerfer, mit denen die Polizei Stuttgart21-Gegner wegspülen wollte? Kann ja fast nicht sein. Der Stuttgarter CDU-Stadtrat Alexander Kotz hat auf jeden Fall keine Wasserwerfer gesehen. Das hat er zumindest der Stuttgarter Zeitung erzählt. Vielleicht war er ja auch in einem anderen Park spazieren. Wasserwerfer sind nämlich kaum zu übersehen. Oder Herr Kotz wollte sie vielleicht gar nicht sehen.

Und das ist ärgerlich. Am Donnerstag werden in Stuttgart Hunderte Stuttgart21-Gegner verletzt – von Tränengas, Schlägen, Wasserwerfern – während sie für ihre Überzeugung demonstrieren. Wenn man Twitter glaub, ist sogar mindestens ein Mann bei den Ausschreitungen erblindet, was mir sehr leid tut. Doch einige Landespolitiker sind überhaupt nicht daran interessiert, die Situation zu entspannen. Deeskalation? Nix da. Lieber sticheln sie noch etwas weiter. Wer demonstriert ist doch sowieso selbst schuld, wenn ihm dabei etwas passiert. Den Rest des Beitrags lesen »