In guter Gesellschaft

Quelle: digitialegesellschaft.deWaren das Zeiten, als französische Agenten die „Rainbow Warrior“ mir Sprengsätzen versenkten. Das Greenpeace-Schiff ist spätestens seitdem eine Legende, die Geschichte der Versenkung gehört zum Mythos früher Greenpeace Aktionen. Der  Netzaktivistenclub Digitale Gesellschaft hat noch keinen Gründungsmythos, wird aber schon mit Greenpeace verglichen (und vergleicht sich selbst). Auf der Re:Publica wurde Digitale Gesellschaft vorgestellt.

Das Credo und die Grundidee von Digitale Gesellschaft ist hier schön zusammengefasst:

„Deshalb wollen zusammen mit euch aktiv zu werden. Für das Netz. Für das Leben. Für uns alle. Wir kämpfen mit euch gemeinsam gegen einseitige Sicherheits- und Urheberrechtspolitik, für Transparenz und Fairness, gegen Hinterzimmerlobbyismus und für Nutzerrechte. Wir wollen Grund- und Freiheitsrechte in der digitalen Welt verteidigen und ausbauen. Wir beobachten, was in der Bundesrepublik und in Europa netzpolitisch passiert. Wir wollen starke Kampagnen machen und etwas verändern. Dafür brauchen wir eure Unterstützung.“

Digitale Gesellschaft ist also ein Versuch, Aktionen von Netzaktivisten zu bündeln, zu organisieren, zu unterstützen. Ob Digitale Gesellschaft aber eine Art Internet-Greenpeace werden kann, bezweifle ich noch. Muss aber auch nicht sein. Digitale Gesellschaft kann sich besser als Rückendeckung für solche Aktivisten positionieren, als Spendensammler, Lobby und bürgerliches Sprachrohr der Netzgemeinde. Mythen von Netzaktivisten für Open Data und Rechte in der digitalen Welt gibt es ohnehin schon genug. Als Vorkämpfer an der Webfront haben sich schon andere positioniert – der CCC, Anonymous, WikiLeaks, etc.

Digitale Gesellschaft hat andere Stärken, die ich im Kontakt zu „normalen“ Internet-Usern sehe. Die Organisation macht nicht den Eindruck, als wollte hier jemand eine Internet-Bürgerwehr gründen sondern eher Nachbarschaftsfeste zwischen Internet und Außenwelt feiern. Die Organisation hat so die Chance, ein breiteres Publikum für aktuellen Probleme beim Urheberrecht, bei der Vorratsdatenspeicherung, beim Online-Datenschutz zu sensibilisieren. Wichtige Fragen gibt es genug.

Digitale Gesellschaft wirkt eher pragmatisch und nicht zu nerdig – das ist ein Vorteil, wenn man breite Bevölkerungsschichten ansprechen will. Vielleicht schafft die Organisation es sogar, einem größeren Kreis von Menschen die Vorteile von Netzneutralität zu erklären. Das sollte zumindest der Ansatz sein. Bewusstsein schaffen, sensibilisieren, erklären. Wenn eine möglichst breite Öffentlichkeit mitbekommt und versteht, welche Debatten zur Internet-Governance aktuell geführt werden (müssen), wenn viele Leute sich aktivieren lassen und mitreden, dann ist Digitale Gesellschaft erfolgreich.

Viel Glück also.

Und ihr solltet das gut finden. Ihr könnt Teil der Digitalen Gesellschaft werden und helfen.

Advertisements

One Comment on “In guter Gesellschaft”


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s