Das Jahr in Titelseiten, Teil 2

Jahres-Thesen

Jahres-Thesen

Das war knapp. Grade noch so zum Jahresendspurt hab ich mir noch die Zeit genommen, meine Titelseiten-Highlights der zweiten Hälfte von 2010 zusammenzubasteln.

Der Teaser dazu kommt heute ganz im Spiegel-Online-Style daher: Ein paar offensichtliche Titel sind dabei, aber auch ein paar kleine Überraschungen…

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Februar

Februar

Juli 2010 – Wir sind Knödel!

Ja, es war auch die WM. Aber da hätten wir schon gewinnen müssen, dass es einen richtig traumhaften Titel gereicht hätte. So fand ich (mal wieder) die Titanic mit ihrem Titel zu Wahl des Bundespräsidenten am schönsten. Ein Knödel wird es also. Die anderen beiden Möglichkeiten waren ja tatsächlich nicht so viel spannender als der runde Klops. Seit heute weiß ich auch, dass Gauck ein Sarrazin-Fan ist. Jetzt werde ich auch nie mehr behaupten, dass Gauck der besserer Präsident gewesen wäre.jh

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September

September

September 2010 – Meinungsfreiheit?

Was darf man in Deutschland eigentlich noch sagen? Das war die große aufgeblähte Debatte im September, nachdem Thilo Sarrazin dieses Buch veröffentlicht hat, das angeblich keiner besitzt, das sich aber doch legendär gut verkauft. Krass fand ich vor allem, wie Bild und zeitweise auch viele andere Medien (z.B. der Spiegel mit seinen Vorveröffentlichungen) in verschiedenen Formen ziemliche Kampagnen gefahren haben. Dafür steht für mich vor allem dieser Bild-Titel hier. Verlogen, fast schon Realsatire. Lustig ist da eigentlich nur noch das Grinsen von Andrea Sawatzki rechts oben.

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Oktober

Oktober

Oktober 2010 – Nieder mit dem Aufstand

Der Schlichter lacht in seiner Schlichtertracht. Im Nachhinein ist man meistens schlauer, im Fall der Demo-Niederknüppelung vom Stuttgarter Schlosspark sind wir das trotz Untersuchungsausschuss nicht. Freuen kann ich mich in diesem Zusammenhang nur über exakt eine Sache, den Titel der taz vom 2. Oktober mit dem legendären schwäbischen Pflasterstein. Den fand selbst die taz so gut, dass sie ihn auch als T-Shirt verkauft.

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November

November

November 2010 – Nicht mein Mettbrötchen

Der Titel hier ist eigentlich gar nicht lustig. Außer vielleicht die Feststellung, dass Mutti eines der größten Wörter des Jahres 2010 war (vgl. Guttimutti, Kult-Mutti…), was wohl auch zeigt, wie fixiert die politische Inszenierung auf klassische Frauenbilder ist. Lustig an diesem Focus ist die darin enthaltene Geschichte über Stefan Raab und vor allem die Gegendarstellung, die der Focus dazu im November veröffentlichen musste. Ein Highlight. Beste Passage: „In der Bildunterzeile des Fotos auf S. 166, das ein Mettbrötchen zeigt, heißt es: „Sein Brötchen – in der Kölschkneipe“. Hierzu stelle ich fest, dass es sich nicht um mein Mettbrötchen handelt.“

mutti

Dezember

Dezember

Dezember 2010 – Die Guttis auf großer Reise

Der Afghanistan Ausflug von Familie Guttenberg wurde auch schon zur Genüge besprochen. Während die Bild mit ihren Lesern über den Mut von Stephanie staunt, vermissen andere nur noch die Katzenberger zum perfekten Promi-Dinner im Wüstensand. Die Süddeutsche macht lieber Stilkritik, wobei die passend ausgewählten Schals der Guttenbergs wirklich lustig waren. Die perfekte Titelseite zum Thema lieferte die Rundschau mit einem stilisierten Kinoplakat: „Die Schönen und der Krieg“. Am Ende finde ich, haben mit diesem hochstilisierten Truppenbesuch aber vor allem die Guttenbergs gewonnen. Wer das Spiel mit den Medien besser als die Medien selbst beherrscht, hat auf jeden Fall Ahnung von seinem Job.

gutti

Noch was zum Schluss – zum Jahresende sozusagen: Der Preis für den allertollsten Jahresrückblick geht an das SZ-Magazin. Ein ganzes Heft gemischtes Doppel!

Auch diesen Jahresrückblick gibt es als Cross-Posting auf der schönen neuen Seite von OTTfried. Ab Anfang Januar will ich dort über das harte Leben als Diplomarbeitsschreiber bloggen.

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